Interview mit Sandy Rischette, Head of Digital & Data Management
1. Was genau versteht man im Kontext von LFT unter „Datenqualität“ – und warum ist das heute ein strategisches Thema?
Sandy Rischette: In unserer nationalen touristischen Datenbank wird die Qualität der Daten über vier Dimensionen definiert.
Vollständigkeit: Sind alle wesentlichen Informationen gepflegt – Öffnungszeiten, Preise, Beschreibungen, Kontakte, Fotos? Und liegen sie in allen vier Sprachen vor (DE/FR/EN/NL)?
Kohärenz: Sind die Daten zwischen den Sprachen konsistent und an die verschiedenen Distributionskanäle angepasst – Website, Visit-Luxembourg-App, digitale Partnerterminals?
Aktualität: Bilden die Informationen die Realität von heute ab und nicht den Stand von vor einem Jahr?
Und schließlich Richtigkeit: Entspricht das, was angezeigt wird, dem, was der Besucher tatsächlich vor Ort vorfindet?
Datenqualität war schon immer ein Kern unserer Aufgabe. Eine nationale touristische Datenbank als „Single Source of Truth“ für das ganze Land zu haben, ist genau das, was verhindert, dass der Besucher je nach Kanal mit widersprüchlichen Informationen konfrontiert wird.
Was sich heute verändert, ist die Tragweite. Viele KI-Systeme greifen direkt auf diese Daten zu: Suchmaschinen, Chat-Assistenten, Reiseplanungsagenten. Eine KI kann unvollständige oder veraltete Daten nicht kompensieren. „Garbage in, garbage out“ gilt bei generativer KI umso mehr.